06.02.2012, 12:23 Uhr

Ab 2017: Neuer Bahn-Haltepunkt für Regensburg

"Regensburg erhält neben dem Hauptbahnhof, dem Bahnhof Prüfening und dem Haltepunkt Burgweinting eine vierte Bahnstation", diese frohe Kunde hat Wirtschaftsminister Martin Zeil am Montag, 6. Februar, überbracht.

REGENSBURG Voraussichtlich ab dem Jahr 2017 sollen im Nordosten der Stadt an der Walhalla Allee die Züge von und nach Schwandorf halten. Darauf haben sich jetzt das Bayerische Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn AG mit der Stadt Regensburg verständigt. "Damit schließen wir die dynamische Welterbestadt an der Donau noch besser an den ostbayerischen Zugverkehr an, entlasten den Straßenverkehr in und um Regensburg und erhöhen weiter die Standortattraktivität der Region", betonte Zeil.

"Durch die intelligente und abgestimmte Verknüpfung mit dem Regensburger Busangebot schaffen wir gerade für die vielen Berufspendler zum Gewerbepark und zu den umliegenden Unternehmen ein 1A-Angebot. Besonders freut es mich, dass durch den neuen Haltepunkt auch die Donau-Arena endlich einen Bahnanschluss erhält und Regensburg als Veranstaltungsstandort aufgewertet wird", erklärte Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger.

Der neue Haltepunkt wird direkt nördlich der Eisenbahnbrücke über die Donaustaufer Straße errichtet werden und sich dann dann etwas südlich des 1984 geschlossenen, früheren Bahnhofes Walhallastraße befinden. Zwei jeweils 210 Meter lange Bahnsteige sollen gebaut werden. "Wir werden diese modern und vor allem barrierefrei bauen", sicherte Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Bayern, zu. Die Bahn rechnet mit mehr als 1.000 Fahrgästen, deshalb werde auch der barrierefreie Ausbau möglich sein.

"Wir planen, die Züge von und nach Schwandorf mindestens stündlich an der Walhallastraße halten zu lassen. Teilweise können die Fahrgäste dann ohne Umstieg weiter bis Weiden und Marktredwitz fahren“´", führte Fritz Czeschka, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), aus. An der Walhallastraße solle es dann auch eine gute Umsteigemöglichkeiten zur Stadtbuslinie 5 geben, die die Regensburger Innenstadt mit Tegernheim, Donaustauf und Wörth verbindet. Zusätzlich soll eine neue Linie, die Buslinie 7, den neuen Haltepunkt Walhallastraße direkt mit dem Osten Regensburgs verbindet. Die Busfahrzeiten sollen dann auf die Zugfahrpläne abgestimmt werden, um die Nutzung attraktiv zu machen.

Finanziert wird der Haltepunkt aus Bundesmitteln für den Schienenpersonennahverkehr. Hier entscheiden die Deutsche Bahn AG und das Bayerische Verkehrsministerium gemeinsam über deren Verwendung. Die Stadt Regensburg muss die Umfeldmaßnahmen wie Bushaltestellen, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie die Anpassung des Straßen- und Wegenetzes in der Umgebung finanzieren. "Wichtigste Maßnahme ist dabei die Erneuerung und Aufweitung der Eisenbahnbrücke über die Donaustaufer Straße, die in Abstimmung mit der DB AG durchgeführt wird. Die Planungen haben bereits begonnen. Die Bauarbeiten sollen unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten für die Osttangente beginnen und 2015 abgeschlossen werden. Im Anschluss daran erfolgt dann die Errichtung des neuen Haltepunktes" so die Mitteilung aus dem Ministerium. "Die jetzt beschlossenen Baumaßnahmen setzen die Bahn-Offensive im Raum Regensburg nahtlos fort und tragen dazu bei, Bayerns viertgrößte Stadt weiter fit für die Zukunft zu machen", so Minister Zeil abschließend.

Auch Politiker der Region freuen sich über die Entwicklung:

Jürgen Mistol: "Wir Grüne sind heilfroh, dass es hier doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung zwischen allen Beteiligten gekommen ist. Die Realisierung dieser unbestritten sinnvollen Verkehrsinfrastrukturmaßnahme wird auch dem grünen Anspruch gerecht, den Anteil des umweltfreundlichen Verkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen in Stadt und Region zu steigern. Am meisten freut es mich, dass der neue Haltepunkt auch barrierefrei gestaltet werden soll, was zwischenzeitlich unverständlicherweise umstritten war, und dass die Inbetriebnahme auch noch in absehbarer Zeit stattfinden wird."

Horst Meierhofer: "Ich freue mich sehr, dass es zu einer Einigung gekommen ist: es ist eine tolle Entwicklung, dass man sich im Interesse der Regensburger im Stadtnorden und Stadtosten auf eine gute Lösung verständigen konnte."

Joachim Graf: "Das ist die ideale Antwort auf den Ruf nach Ausbau der Autobahnabschnitte und der Errichtung der Sallerner Regenbrücke. Durch diesen Bahnhaltepunkt und die vom OB angekündigte optimale Vernetzung mit dem Busangebot wird der ÖPNV gestärkt und im Stadtnorden zu einer wahren Alternative zum PKW. Dass der Haltepunkt barrierefrei gebaut wird war für die ödp grundsätzliche Bedingung. Ich wünsche mir ein attraktives Schienennetz als Zukunft der Regensburger Verkehrsinfrastruktur."

Benedikt Suttner: "Durch die Realisierung des Regensburg-Stern, den neuen Haltepunkt Burgweinting und jetzt das Ja zur Walhallastraße nimmt die Vernetzung unseres Schienenverkehrs allmählich Dampf auf. Die Stadt sollte in diesem Sinne weiterdenken und eine Nord-Süd- Stadtbahnlinie wieder ins Investitionsprogramm aufnehmen. Die notwendige Elektrifizierung der Strecke Regensburg-Weiden rundet das Konzept dann ab. Jeder Pendler, der auf den ÖPNV oder aufs Rad umsteigt, ist ein Gewinn für unsere Stadt."

Norbert Hartl: "Wir freuen uns, dass sich die Beteiligten endlich auf die von der SPD bereits seit langem vorgeschlagene pragmatische Lösung einigen konnten. Dank des SPD-Antrages vom 1. August 2011, der am 8. September und 24. November 2011 im Stadtplanungsausschuss behandelt wurde gibt es nun konkrete Ergebnisse. Wir begrüßen es, dass endlich eine mit den anderen verkehrlichen Großprojekten abgestimmte Zeitplanung fixiert wurde, die die Erneuerung der Bahnunterführung im unmittelbaren Anschluss an die Fertigstellung der Osttangente vorsieht. Mit dieser Maßnahme kann ein Gefahrenschwerpunkt für Radfahrer und Fußgänger beseitigt werden, der uns seit Jahren auf der Seele lastet. Besonders freuen wir uns, dass die Argumentation unserer Stadträtinnen und Stadträte des Stadtnordens und deren Überzeugungsarbeit auf verschiedenen Ebenen hinsichtlich des Bahnhaltepunkts nun Früchte trägt und dieser aufgrund der neuesten Fahrgastprognosen behindertengerecht gebaut werden kann. Die SPD-Fraktion wird sich bei diesem Projekt auch in Zukunft konstruktiv einbringen. Insbesondere, was die Neugestaltung des ÖPNV zur verbesserten Einbindung des neuen Bahnhaltepunktes in das Nahverkehrskonzept des Regensburger Verkehrsverbunds und die Umfeldgestaltung betrifft werden wir in nächster Zeit im Dialog mit den künftigen Nutzerinnen und Nutzern aktiv werden."


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