12.03.2012, 14:07 Uhr

Aus einem Komparsenleben: Holger Mandl war schon alles – von der Leiche bis zum Polizisten

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Holger Mandl ist 33 Jahre alt. Der Neutraublinger hat aber schon eine Menge zu erzählen, denn in zahlreichen Film- und Theaterproduktionen war er schon dabei – von "nur mal schnell durchs Bild laufen" bis zu kleineren Sprechrollen war schon alles dabei.

NEUTRAUBLING Zu diesen Rollen kam er wie die Jungfrau zum Kinde: Im Jahr 2000 war seine Mutter auf Kur und lernte dort eine Frau kennen, deren Sohn als Model arbeitete. So kam der Kontakt mit einer Agentur für Komparsen zustande.

Schnell gab es die ersten kleinen Rollen: Zwei Jahre lang spielte Holger Mandl immer wieder in der ARD-Serie "Marienhof" mit, eine feste Rolle schlug er aus – wegen seiner damaligen Freundin. Dieser Chance trauert er ein bisschen hinterher, denn wie so oft im Leben ist die Rolle futsch – und die Freundin auch.

Auch in der Krimiserie "Der Bulle von Tölz" war Mandl schon zu sehen. "Von der Leiche bis zum Polizisten", beschreibt er sein Krimi-Spektrum. Außerdem stand er schon für "Richterin Barbara Salesch" und "Lenßen & Partner" vor der Kamera. In der Serie "Um Himmels Willen" sowie im Vilsmeier-Film "Nanga Parbat" war er ebenso zu sehen, wie in der Bernd-Fischerauer-Produktion "Hitler vor Gericht". Seine letzte größere Rolle hatte er in einem amerikanischen Actionfilm, der in und um Regensburg gedreht worden ist. Dieser kommt Ende dieses Jahres in die deutschen Kinos.

Ob eine Casting-Agentur seriös ist oder nicht, das lasse sich ganz leicht feststellen, so Mandl. "Wenn sie nichts verlangen", dann kann man davon ausgehen, dass es mit rechten Dingen zugeht. Beim Vorsprechen musste er innerhalb von zehn Minuten zwei ganz unterschiedliche Rollen zeigen. Es gehe darum, sich schnell auf die neue Rolle einzustellen und Emotionen zu zeigen.

Bei den Drehterminen selbst geht es ganz unterschiedlich zu. Manchmal sei es ganz locker, ein andere Mal bestehe Handy- und Kameraverbot. Mandl berichtet von einem Dreh für eine Comedy-Show, bei dem die Komparsen in einem Bus mit verdunkelten Scheiben zum Drehort gefahren wurden – damit sie nicht verraten können, wo gedreht worden ist.

Auch die finanzielle Entlohnung sei sehr unterschiedlich. Für eine kleine Komparsen-Rolle in "Kommissarin Lukas" gebe es zum Beispiel 35 Euro. Manche Produktionen zahlten aber bis zu 150 Euro. Holger Mandl hat schon viel erlebt, doch Mittelalterfilme oder auch Horrorstreifen würden ihn noch interessieren. Er sei eher der feinfühlige Typ, daher sei es interessant, vielleicht auch einmal einen Mörder zu spielen.

Jetzt plant Holger Mandl, eine eigene Agentur auf die Beine zu stellen. Doch seine Liebe zum Film und zum Fernsehen lässt ihn nicht los. Schon in der kommenden Woche steht er voraussichtlich für eine Serie vor der Kamera, "wenn alles gut geht, es kann immer etwas dazwischenkommen". Und irgendwann kommt vielleicht die Chance für eine größere Rolle – einer von 10.000 Komparsen bekommt diese Chance …


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