05.12.2012, 13:52 Uhr

Deutschen Stiftung Denkmalschutz hilft: Zuschuss für Sanierung des Inventars der Regensburger Dreieinigkeitskirche

Foto: Harry Linge/DSDFoto: Harry Linge/DSD

Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) über 100.000 Euro für die Restaurierung des Inventars in der Regensburger Dreieinigkeitskirche erreicht in diesen Tagen Pfarrer Martin Schulte.

REGENSBURG Die Mittel stehen für die holzkonstruktive Restaurierung, Reinigung und Dekontaminierung des Laiengestühls zur Verfügung. Mittel für die anstehende Maßnahme erhält die Gemeinde auch vom Land, der Bayerischen Landesstiftung und der Landeskirche. Die Dreieinigkeitskirche wurde in den vergangenen zehn Jahren außen und innen instandgesetzt. Daran beteiligte sich die DSD ebenfalls in den Jahren 2002 und 2010 mit insgesamt rund 250.000 Euro.

Die protestantische Bürgergemeinde Regensburgs leistete sich mitten im dreißigjährigen Krieg ein repräsentatives Gotteshaus, das frei auf einer engen Parzelle an der Kreuzung zweier Fernstraßen inmitten der Bürgerhäuser des Kaufmannsviertels steht. Die Dreieinigkeitskirche in Regensburg entstand nach einem Entwurf des Nürnberger Architekten Johann Carl von 1627 bis 1631 und wurde zur Vorlage des 1649 veröffentlichten Idealentwurfs für den protestantischen Kirchenbau von Joseph Fürttenbach. Nach Neuburg an der Donau ist sie der erste evangelische Kirchenbau Bayerns. Nachdem Regensburg 1663 zum Sitz des "Immerwährenden Reichstags" geworden war, diente die Dreieinigkeitskirche auch den evangelischen Gesandten als Gotteshaus.

Die frühbarocke Saalkirche mit eingezogenem Chor, mächtigem Satteldach und zwei Türmen, dessen südlicher unvollendet blieb, ist verputzt und durch kräftige Natursteinelemente an Fenstern, Gesimsen und der Eckquaderung gegliedert. Nord-, West-, und Südseite haben je ein Säulenportal. Der Sakristeianbau stammt aus dem Jahr 1755. Der zwanzig Meter breite Kirchenraum wurde bautechnisch außerordentlich ungewöhnlich in Leichtbauweise mit Stuckrippen aus Pappmaschee ausgeführt.

Die anstehenden Maßnahmen sehen die Restaurierung des umfangreichen bauzeitlichen Gestühls vor. Die historischen Sitzplätze bestehen aus dem Chor-, dem Laien- und dem Wandgestühl im Langhaus. Das Laiengestühl wurde in den Jahren 1630-1631 hergestellt. Die Holzeinbauten, darunter auch die Altarraumbänke und Kirchenbänke mit Bankpodesten, wurden durch aufsteigende Feuchte und Salze geschädigt. Das gilt ebenfalls für die Wandflächen, die Naturwerksteingliederungen und die Metall-Glas-Konstruktionen der Fenster, auch für Altar, Kanzel, Orgelgehäuse und den Natursteinboden.

Die Dreieinigkeitskirche in Regensburg ist eines von über 200 Projekten, die die bundesweit tätige Denkmalstiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale bisher allein in Bayern fördern konnte.


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