20.12.2010, 11:58 Uhr

Videobotschaft zum Winterdienst „Charakterschwein”: Wolbergs entschuldigt sich und fordert Entschuldigung

Bürgermeister Joachim Wolbergs hat sich bei Stadtrat Franz Rieger, den er als „Charakterschwein” bezeichnet hatte, entschuldigt. Gleichzeitig fordert er von Rieger, der den Winterdienst kritisiert hatte, eine Entschuldigung und wendet sich per Videobotschaft an die Regensburger.

REGENSBURG Hier zunächst die persönliche Erklärung des Bürgermeisters: „Im Rahmen der letzten Plenumssitzung des Regensburger Stadtrates habe ich zur Situation des Regensburger Winterdienstes Stellung genommen und hierzu einige Informationen weiter gegeben, um die ich von Kolleginnen und Kollegen gebeten worden war. Ich bin dabei auch auf eine Pressemitteilung des Stadtrates Dr. Rieger eingegangen, die am gleichen Nachmittag an die Medien versandt worden war.

Am Ende meiner Ausführungen habe ich Herrn Dr. Rieger als "Charakterschwein" bezeichnet. Eine derartige Ausdrucksweise ist nicht mein Stil. Ich bedauere deshalb diesen Ausdruck und habe Herrn Dr. Rieger in einem Telefonat mitgeteilt, dass mir dieses eine Wort leid tut.

Ich habe in dem Gespräch aber auch deutlich darauf hingewiesen, dass meine weiteren Ausführungen zu Riegers Vorwürfen und Vorgehensweise unverändert gelten und ich eine Entschuldigung seinerseits erwarte. Ich habe es bisher für undenkbar gehalten, dass ein Stadtrat, der dieser Koalition angehören will, eine schwierige Situation der Stadt dazu nutzt, daraus für sich politisch Kapital schlagen zu wollen. Ich halte dieses Vorgehen für inakzeptabel und bodenlos.

Jeder weiß, dass die Stadt einen derartigen Wintereinbruch seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Jeder weiß auch, dass unsere Räum- und Streukräfte bis zum Rande der Erschöpfung alles tun, um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, was bisher in jedem Fall gelungen ist, aber auch darüber hinaus alles unternehmen, um die Beeinträchtigungen für die Mitbürgerinnen und Mitbürger so erträglich wie nur irgend möglich zu halten. Ich habe dies in aller Ausführlichkeit auch mit Zahlen in der Sitzung dargestellt.

Ich habe auch und zum wiederholten Male darauf hingewiesen, dass wir nicht die einzige Stadt sind, die mit diesem Wintereinbruch und den Schneemassen zu kämpfen hat. Es gibt Städte und Regionen, in denen nichts mehr geht und die über keinerlei Salzreserven mehr verfügen. Wer in den letzten Tagen die Nachrichten aus der ganzen Republik und aus ganz Europa verfolgt hat, konnte feststellen, dass Tief "Petra" zu großen Veränderungen in gewohnten Lebensabläufen allerorts geführt hat. In Regensburg ist vor diesem Hintergrund und im Vergleich zu anderen Städten die Situation deutlich weniger einschneidend.

Ich weiß um die Beeinträchtigungen für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, und wir haben deshalb mit zahlreichen Maßnahmen darauf reagiert (mehr Mitarbeiter von anderen Dienststellen, Ausweitung der Arbeitszeit, Einrichtung einer Hotline, und anderes).

Die Ausführungen des Herrn Dr. Rieger, der sich vorher nicht bei der Stadt über die tatsächlichen Gegebenheiten informierte, waren gezielt gegen mich gerichtet, treffen aber in Wahrheit alle Mitarbeiter, die tägliche ihren Winterdienst tun. Politische Profilierungsversuche auf dem Rücken meiner Mitarbeiter auszutragen lasse ich nicht zu und werde ich niemals zulassen. Unsere Mitarbeiter erbringen Höchstleistungen, um die winterliche Situation zu entspannen. Dies geschieht bis an den Rand der körperlichen Erschöpfung. Dafür bin ich diesen zutiefst dankbar.”

Hier die Videobotschaft des Bürgermeisters:


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