01.06.2011, 16:42 Uhr

Feierlicher Appell in der Graf-Aswin-Kaserne in Bogen Generalarzt Dr. Frank Schindelhauer verabschiedet

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Generalstabsarzt Dr. Ingo Patschke (l.), Bürgermeister Franz Schedlbauer (Mi.) und Generalarzt Dr. Frank Schindelhauer (r.) schreiten die Front ab

BOGEN Am Dienstag wurde der Kommandeur des Sanitätskommandos IV, Generalarzt Dr. Frank Schindelhauer, mit einem feierlichen Appell in der Bogener Graf-Aswin-Kaserne verabschiedet. Zahlreiche militärische und zivile Gäste, darunter der Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken, der Landrat Alfred Reisinger und Bürgermeister Franz Schedlbauer, gaben ihm dabei die Ehre.

Stilles Gedenken

Die Stiefel der angetretenen Soldaten aus dem gesamten Kommandobereich waren auf Hochglanz poliert und die Koppelschlösser blitzten in der Mittagssonne. Ein letztes Mal wurde der Sitz der Uniform überprüft, bevor sich die Formation ausrichtete. Nun war die Truppe bereit für die letzte Amtshandlung ihres Kommandeurs, die zunächst in einer Gedenkminute für die drei in der vergangenen Woche in Afghanistan gefallenen Kameraden bestand.

Dank an die Menschen in Uniform und Zivil

Die Kommandeurszeit in Bogen sei für ihn die schönste Zeit in seinem beruflichen Leben gewesen, betonte Schindelhauer, der nach vier Jahren und acht Monaten Amtszeit als „Medical Advisor“ in das militärische Hauptquartier der NATO im belgischen Mons wechselt, in seiner Abschiedsrede. „Vor allem die Menschen mit ihrer erfrischenden Offenheit und Ehrlichkeit, aber bisweilen auch mit ihrem hintergründigen Humor, werden mir in Erinnerung bleiben“, so der scheidende Generalarzt. Sein besonderer Dank galt daher seinen Soldatinnen und Soldaten sowie den zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seines Stabes, des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, des Gebirgssanitätsregiments 42 „Allgäu“ in Kempten, des Lazarettregiments 41 in Ulm, des Versorgungs- und Instandsetzungszentrums Sanitätsmaterial Sigmaringen und der Regionalen Sanitätseinrichtungen in Bayern und Baden-Württemberg. Dies seien, laut Schindelhauer, „die Menschen, die auf allen Ebenen, ob in Uniform oder in Zivil, mit hoher Professionalität, Disziplin, Engagement und ausgeprägtem Pflichtbewusstsein ihren unverzichtbaren, substantiellen Beitrag zur nachhaltigen Sicherheit unseres Landes leisten“.

Zukünftig werde er den NATO-Oberbefehlshaber in Belgien mit seinem sanitätsdienstlichen Sachverstand bei den schwierigen internationalen Herausforderungen unterstützen - doch „diese neue, sicherlich sehr spannende und interessante Verwendung, wird aber die Zeit hier in Süddeutschland, in Niederbayern, in Bogen, im Sanitätskommando IV nicht „toppen“ können“, so Schindelhauer, der sich mit einem „Vergelt’s Gott“ von seiner Truppe und der Bevölkerung in der Region verabschiedete.

Zuverlässiger Partner in Süddeutschland

Der Stellvertretende Befehlshaber des Sanitätsführungskommandos aus Koblenz, Generalstabsarzt Dr. Ingo Patschke, würdigte in seiner Rede Schindelhauer als „verdienten Sanitätsoffizier und Arzt, der gemeinsam mit seinem Stab den Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr in Bayern und Baden-Württemberg gestaltet und geprägt“ hat. Dabei stelle das Sanitätskommando IV trotz seiner Größe und den strukturell bedingt vorhandenen Belastungen stets einen zuverlässigen Partner in der personellen und materiellen Gestellung der Auslandseinsätze der Bundeswehr und in der hervorragenden Versorgung unserer Soldatinnen und Soldaten dar, so Patschke. Er betonte: „Dies ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis der Führungsleistung des Stabes, mit seinem Kommandeur an der Spitze“.

Kommando ohne Nachfolger

Bei einsetzendem leichten Regen meldete Schindelhauer dann ein letztes Mal sein Sanitätskommando IV an Patschke, der ihn formell von der Befehls- und Kommandogewalt ohne die Bennennung eines Nachfolgers entband. Dies ist auf eine ministerielle Entscheidung zurückzuführen, die Nachbesetzung von Spitzendienstposten im Hinblick auf die Neuausrichtung der Bundeswehr vorerst auszusetzen. Vielmehr wurde der bisherige Stellvertretende Kommandeur und Kommandeur Regionale Sanitätseinrichtungen, Oberstarzt Dr. Karl Pecher, mit der weiteren Führung des Kommandos betraut. Unter niederbayerischem, wieder weiß-blauen Himmel, am Fuße des Bogenberges, spielte das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen, das für die musikalische Umrahmung zuständig war, unter der Leitung von Major Christian Prchal die Bayern- und Nationalhymne zum Abschluss des Verabschiedungsappells.


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