09.07.2020, 10:51 Uhr

Mehr Effizienz Landwirtschaftsschule Töging soll schließen

v.l. Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst, Altöttings BBV-Kreisobmann Anton Föggl, Amtschef Josef Kobler, BBV-Geschäftsführer Veit Hartsperger und Mühldorfs BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer.  Foto: BBVv.l. Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst, Altöttings BBV-Kreisobmann Anton Föggl, Amtschef Josef Kobler, BBV-Geschäftsführer Veit Hartsperger und Mühldorfs BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer. Foto: BBV

Bauernverband ist schockiert - Schülerzahl intransparent - Termin mit Ministerin Kaniber

Töging. Völlig überraschend schlug vergangene Woche die Meldung der Schulstandortschließung der Landwirtschaftsschule in Töging bei den heimischen Landwirtsfamilien ein. Viele zeigten sich schockiert, vor allem auch über die intransparente Vorgehensweise durch das Landwirtschaftsministerium und dessen Begründung.

Unmittelbar nach Verlautbarung der Schulstandortschließung vereinbarten die Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Töging Dr. Tobias Windhorst einen Termin mit dem Amtschef des Landwirtschaftsamtes Töging Herrn Josef Kobler um sich über die Entscheidungsgründe zu informieren.

Schockiert zeigten sich die beiden Kreisobmänner Anton Föggl (Altötting) und Ulrich Niederschweiberer (Mühldorf) von der geplanten Schließung. „Das hat niemand erwartet, wir sind schockiert und auch sehr verärgert, vor allem auch darüber, dass der Bauernverband im Vorfeld nicht eingebunden wurde“, so BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer. „Die Darstellung mit intransparenten Zahlen, die so nicht korrekt sind, ist ebenfalls ein Unding, denn tatsächlich besuchen derzeit ca. ein Drittel mehr Schüler den Unterricht, als das Ministerium verlautbaren ließ“, fügte BBV-Kreisobmann Anton Föggl hinzu.

Auch Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst informierte sich über die Entscheidungsgründe, von denen bis zur Pressemeldung am Dienstag weder politische Vertreter, Behörden und auch der Bauernverband im

Vorfeld Bescheid wussten. Er sicherte zu, sich per Schreiben an die Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zu wenden.

„Das Grüne Zentrum wurde vor über einem Jahrzehnt als bayerisches Pilotmodell gestartet und es ging niemand davon aus, dass die Ausbildung an diesem Standort in Frage gestellt wird“, so BBV-Geschäftsführer Veit Hartsperger. Es ist zu befürchten, dass sich die räumliche Entfernung zu den nächstliegenden Schulen nach Traunstein, Erding oder Pfarrkirchen als Hürde darstellen könnte.

Seitens des Bauernverbandes wird ebenfalls ein Gesprächstermin mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gesucht, da sich bereits jetzt abzeichnet, dass im Herbst 2021 ein voller Unterrichtsjahrgang stattfinden könnte. Daher sieht der BBV keine Notwendigkeit zur Standortschließung.

Die Pressemitteilung „Bayerns Landwirtschaftsverwaltung wird effizienter und moderner“ des Ministeriums von Dienstag 7. Juli, in Auszügen: „(...) Mit den neuen Strukturen wird die Verwaltung nicht nur effizienter und fit für die Zukunft, die Neuaufstellung rückt die Landwirtschaft auch wieder mehr in die Mitte der Gesellschaft – wo sie hingehört. Die Verwaltung wird bayernweit einheitlicher und effektiver, sie bleibt aber weiterhin in der Fläche präsent. (...) Künftig wird es in Bayern 32 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geben. 17 Ämter bleiben selbstständig, 30 werden mit einem benachbarten Amt zu künftig 15 neuen und größeren Ämtern zusammengeführt. Es wird aber keiner der bisherigen 47 Ämterstandorte aufgegeben, sie bleiben also für die Landwirte auf kurzem Weg erreichbar. (...) Die Schulstandorte (Abteilung Landwirtschaft) werden in Zukunft stärker dem Besuch angepasst. Daraus ergeben sich aus momentan 27 künftig 20 Standorte für Landwirtschaftsschulen, Abteilung Landwirtschaft. Diese Standorte werden jährlich ein erstes Semester eröffnen. Die Landwirtschaftsschulen, Abteilung Hauswirtschaft bleiben unverändert an den bisherigen Standorten bestehen, genauso wie die Technikerschulen und Höhere Landbauschulen (HLS). Auch das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) wird weiterhin flächendeckend an den Ämtern angeboten. Mit der konsequenten Neuordnung der Struktur der Landwirtschaftsverwaltung kann sie schneller auf neue gesellschaftliche Trends reagieren. Damit stehen die Bedürfnisse der Landwirte, der Auszubildenden, der Studierenden und der Bürger noch stärker im Mittelpunkt.“ − wo –