23.10.2020, 11:25 Uhr

Tarifkonflikt Ver.di erhöht Druck auf Arbeitgeber – wieder Streiks im ÖPNV

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Vor der dritten Verhandlungsrunde erhöht die Gewerkschaft ver.di den Druck auf die Arbeitgeber: ver.di kündigte weitere Streiks in Regensburg für Montag und Dienstag, 26. und 27. Oktober, an. Betroffen ist der kommunale Nahverkehr.

Regensburg. Im Tarifkonflikt für die Beschäftigten im ÖPNV bei den kommunalen Arbeitgebern wird Druck aufgebaut. In Bayern sind die Beschäftigten in den kommunalen Nahverkehrsbetrieben aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Grund ist die massive Verweigerungshaltung der Arbeitgeber, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu vereinbaren. „Die minimale angebotene Lohnerhöhung zeigt, dass die Arbeitgeber gar nicht erkennen was ihre Beschäftigten erwarten“, so Patrick Rostek, ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Fachbereich Verkehr.

15.000 Stellen wurden in den letzten 20 Jahren bundesweit abgebaut, „damit ist die Grenze der Belastbarkeit für die Beschäftigten erreicht“, betonte Rostek: „Die Lage ist ernst, das Angebot der Arbeitgeber ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die dringend eine Entlastung brauchen. Gerade in diesen Zeiten“, so Rostek. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 18 Prozent gesunken, während im gleichen Zeitraum die Anzahl der Fahrgäste um ein Viertel gestiegen ist. Aufgrund dieser Belastung kommt es zu überdurchschnittlich hohen Krankheitsständen. Die Situation wird sich zukünftig noch weiter verschärfen, denn der Altersdurchschnitt der Beschäftigten liegt bei 49 Jahren. In den nächsten zehn Jahren müssen etwa 79.000 Stellen bundesweit (wieder-)besetzt werden, entsprechend viele auch in Bayern. Patrick Rostek betont: „Der Spielball lag auf der Seite der Arbeitgeber. Sie hätten weitere Streiks verhindern können; indem sie ein annehmbares Angebot unterbreiten.“

Zum Streik im Tarifkonflikt ÖPNV in Bayern sind die kommunalen Verkehrsbetriebe in folgenden Städten aufgerufen: München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Ingolstadt, Passau und Schweinfurt. In Regensburg wird es corona-bedingt keine Kundgebung oder Streikversammlung vor Ort geben.


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