23.10.2020, 13:47 Uhr

Mobilität Planungen für das Hauptradroutennetz in der Stadt Regensburg gestartet

Das Projektteam bei der Auftaktveranstaltung am 21. Oktober. Foto: Stadt RegensburgDas Projektteam bei der Auftaktveranstaltung am 21. Oktober. Foto: Stadt Regensburg

Vor elf Monaten hat der Stadtrat die Forderungen des Radentscheids übernommen und die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für ein Hauptroutennetz zu entwickeln. Im März dieses Jahres stellte die Verwaltung dann die Ergebnisse der ersten Beratungen der Projektgruppe vor. Der Stadtrat schloss sich dem Vorschlag an, ein externes Büro in die Bearbeitung einzubeziehen und bereits im Vorgriff Sofortmaßnahmen umzusetzen.

Regensburg. Zwischenzeitlich wurden nicht nur viele der aufgeführten Sofortmaßnahmen umgesetzt (zum Beispiel Lückenschlüsse in der Universitätsstraße und der Bischof-Wittmann-Straße sowie drei Fahrradstraßen), sondern auch die Ausschreibung und Vergabe für das Büro durchgeführt. Durchgesetzt im Verfahren haben sich das Büro Inovaplan aus Karlsruhe und die Agentur Green City Experience aus München.

„Ich kann nicht oft genug betonen“, so Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, „welch hohen Stellenwert das Fahrrad in der Mobilität hat. Jeden Tag werden 160.000 Wege mit dem Rad in Regensburg zurückgelegt, Tendenz stark steigend. Daher bin ich sehr froh, dass wir nun mit den Planungen für das Hauptroutennetz starten können, wenngleich wir ohnehin permanent den Radverkehr durch verschiedene Maßnahmen verbessern.“

Auch die Radentscheid-Initiatoren sind glücklich: „Endlich geht es los! Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass sie unsere Initiative aufgegriffen hat und in diesen finanziell schwierigen Zeiten an der Radverkehrsförderung festhält. Uns ist bewusst, dass dies nicht selbstverständlich ist. Langfristig führt die Radverkehrsförderung jedoch zu Kosteneinsparungen. Wir freuen uns auf den spannenden Prozess in den nächsten zwölf Monaten. Der Auftakt war jedenfalls sehr vielversprechend“, beurteilen stellvertretend Regine Wörle (ADFC) und Wolfgang Bogie (VCD) den Planungsauftakt.

Inovaplan und die Green City Experience sind im Bereich Radverkehrsplanung feste Größen. Inovaplan ist unter anderem stark in München und im Münchner Umland engagiert, beispielsweise bei der Planung von Radschnellverbindungen. Das Büro ist aber auch in der Forschung aktiv, u. a. im Auftrag von Audi und BMW. Die Green City Experience ist schon seit Jahren das Koordinationsbüro der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AFGK), in der Regensburg seit 2012 Gründungsmitglied ist. Außerdem kann die Green City Experience mit 200 Beteiligungsprozessen und 60 Fachkonzepten zum Thema nachhaltige Stadt und Mobilität punkten.

„Wir freuen uns auf die Herausforderung“, beschreibt Projektleiter Dr. Tim Hilgert die Situation zum Startschuss des Projekts. „Regensburg ist mit dem Weltkulturerbe eine wunderschöne Stadt und hat im Radverkehr schon einiges geschafft. Unser Ziel ist es, der Radverkehrsförderung mit dem Projekt einen noch stärkeren „Drive“ zu geben. Wir wollen den Menschen zeigen, wie einfach und sicher das Radfahren ist und sein kann. Die Hauptrouten sollen für alle begreifbar und erkennbar werden, so dass wir auch die Menschen aufs Rad bringen, die sich heute noch nicht trauen. Und natürlich wollen wir auch die einbinden und überzeugen, die den Radverkehrsboom eher skeptisch sehen.“

Am 21. Oktober haben sich die Radentscheid-Initiatoren, die beiden Büros und die Stadtverwaltung zum ersten Mal getroffen und das weitere gemeinsame Vorgehen abgestimmt. In den kommenden Wochen werden die Büros diverse Unterlagen und Daten sichten und auswerten sowie die Stadt durch Befahrungen kennenlernen. Selbstverständlich wird auch die breite Öffentlichkeit beteiligt werden, soweit dies unter Covid-19-Bedingungen möglich ist. Erste Zwischenergebnisse sollen im Stadtrat im Frühjahr 2021 vorgestellt werden.


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