29.06.2020, 15:56 Uhr

Vor den Augen von zwei Mädchen Mann masturbiert am Alzufer bei Hirten

Die kleine Insel nahe der Alzbrücke bei Hirten. Hier trieb am Freitagnachmittag ein Sittenstrolch sein Unwesen. Foto: Edi HuttererDie kleine Insel nahe der Alzbrücke bei Hirten. Hier trieb am Freitagnachmittag ein Sittenstrolch sein Unwesen. Foto: Edi Hutterer

Die beiden Mütter sind entsetzt und zeigten den Sittenstrolch bei der Polizei an

Hirten. Als sich Leonie und Julia (beide Namen von der Redaktion geändert) am vergangenen Freitag mit ihren Fahrrädern zum Baden an die Alz aufmachten, schien es ein perfekter Sommertag zu werden. Auf der kleinen Insel in der Nähe der Alzbrücke bei Hirten ließen sich die Schülerinnen die Sonne auf die Haut scheinen und suchten Erfrischung im kühlen Nass. Eigentlich war für die 11- und 12-jährigen Mädchen alles perfekt – bis im wahrsten Sinn des Wortes dunkle Wolken aufzogen und ein nahendes Gewitter ankündigten.

Leonie und Julia zogen sich um und suchten ihre sieben Sachen zusammen. Da stand er plötzlich da. Nur etwa zehn Meter entfernt, die beige Hose heruntergelassen und mit der Hand am Genitalbereich spielend. Den beiden Schülerinnen war die Situation natürlich peinlich. „Was sollen wir jetzt machen?“, fragten sie sich gegenseitig.

Als sie ihre Handys zückten verschwand der Mann

Sie beschlossen ihre Handys herauszuholen, um die Eltern anzurufen. Als der Mann das sah, entfernte er sich sofort. Leonie und Julia warteten noch ein Weilchen bis sich ihre Angst gelegt hatte. Dann gingen sie den schmalen Pfad zu ihren Fahrrädern und radelten nach Hause. Dort schilderten sie das Erlebte ihren Eltern.

„Mama, das war so gruselig!“

„Ich war schockiert“, sagt die Mutter von Leonie. Genauso erging es der Mama von Julia. Beide waren sich einig: „Das darf nicht totgeschwiegen werden. Das müssen wir anzeigen!“ Gleichzeitig versuchten sie ihren Töchtern zu vermitteln, dass sie überhaupt nichts dafür können. „Leonie hat unter Tränen zu mir gesagt: Mama, das war so gruselig“, berichtet ihre Mutter. Und Julia meint: „Ich bin froh, dass ich es meiner Mama erzählt habe. Irgendwie schämte ich mich ein bisschen, weil das schon seltsam ist, den Eltern zu sagen, dass man von so einem komischen Mann beim Umziehen beobachtet wurde.“

Am Samstag gingen die Mütter mit ihren Töchtern zur Polizei Altötting und erstatteten Anzeige. „Die waren sehr freundlich zu den Kindern und haben ganz genau nachgefragt“, so Leonies Mama. „Ich war selbst erstaunt, wie genau die Mädels den Mann beschreiben konnten.“ Die Polizei sucht nun nach folgendem Mann: etwa 50 Jahre alt, dicke Figur, ca. 175 bis 180 Zentimeter groß, kurze Haare, helle Haut, beiger Anglerhut, hellblaues T-Shirt mit aufgedruckter Palme und kurze beige Hose.

„Ich bin immer noch entsetzt darüber, dass bei uns in Hirten so etwas passiert. Mir tun die Kinder furchtbar leid, weil sie das sehen mussten.“

„Bin erschüttert, dass so kranke Leute herumlaufen“

„Und was ich ganz schlimm finde: Ich habe das Vertrauen verloren, meine Kinder an der Alz baden, radfahren oder frei herumlaufen zu lassen, weil es sogar in so einem kleinen Dorf so kranke Leute gibt“, beschreibt Julias Mutter zwei Tage nach dem Negativ-Erlebnis ihre Gefühle.

Bleibt zu hoffen, dass die Polizei dem Sittenstrolch auf die Schliche kommt.