14.03.2019, 16:15 Uhr

Katastrophale Szenen in Erding Fast 100-Jährige wird Opfer der Flammen


Seniorin im Rollstuhl verbrennt im Hl.-Geist-Altenheim bis zur Unkenntlichkeit

ERDING Am Donnerstag, 14. März, Vormittag gegen 10 Uhr ging bei der Feuerwehr in Erding der Notruf ein, dass es einen Balkonbrand im Heiliggeist-Altenheim gebe. Um 10.02 Uhr wurde der Polizei zufolge, dem Objekt entsprechend, Großalarm für alle Feuerwehren der Stadt Erding und den Rettungsdienst ausgelöst. Auch die Kreisbrandinspektion und ein zusätzliches Drehleiterfahrzeug aus Hallbergmoos wurden alarmiert. Auf der Rückseite des Pflege- und Altenheimes wurde der Brand durch den Gruppenführer des 1. Hilfeleistungslöschfahrzeuges (ED 40/1) schließlich auf einem Balkon im Hochparterre erkundet. Umgehend wurde von den Einsatzkräften ein Löschangriff zur Menschenrettung und Brandbekämpfung eingeleitet. Durch einen weiteren Trupp wurden tragbare Leitern in Stellung gebracht. Der Trupp konnte anschließend unter schwerem Atemschutz auf den Balkon hochsteigen. Doch die Einsatzkräfte sahen sich einem schier unbeschreiblichen Szenario gegenüber, als sie dort eine 99-jährige Seniorin lichterloh brennend in ihrem Rollstuhl sitzend auf dem Balkon im Hochparterre vorfanden.

Der Hausmeister der Einrichtung hatte davor noch versucht, selbst zu löschen, doch die Hilfe für die betagte Dame kam zu spät – sie war bereits verstorben.

Aktuell ist der Polizei zufolge von einem tragischen Unglücksfall, der von der Glut einer Zigarette herrührte, auszugehen. Von der Zigarette auf die Kleidung der starken Raucherin heruntergefallene Glut hatte das Feuer vermutlich entzündet, und die Hochbetagte war aufgrund ihrer eingeschränkten Mobiliät nicht in der Lage gewesen, sich zu retten.

Als die ersten Löschkräfte ankamen, fingen die Flammen bereits an, um sich zu greifen. Dichter Rauch war entstanden. Einige Personen mussten mit Rauchgasvergiftungen ins Klinikum gebracht werden. Bewohner des betroffenen Trakts des Heimes mussten in einen anderen Gebäudeteil evakuiert werden. Es musste auch befürchtet werden, dass die Flammen für zahlreichen andere, teils bettlägerige Bewohner, gefährlich hätten werden können.

Das Übergreifen der Flammen vom Balkon auf das Apartment konnte verhindert werden, das Feuer wurde unmittelbar mittels Druckluftschaum abgelöscht.

Auch ein Großaufgebot von Rettungskräften sowie diverse Notärzte und zwei Rettungshubschrauber waren vor Ort. Das Feuer war wenige Minuten nach Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht, das Gebäude wurde entraucht.

Das Gebäude war im Gefahrenbereich bereits vorbildlich durch das Betreiberpersonal geräumt und die Bewohner des Pflegeheimes in Sicherheit gebracht worden. Durch die Feuerwehr Altenerding wurde ein Atemschutz-Sicherheitstrupp gestellt, der Einsatzleitwagen des Landkreises Erding übernahm die Einsatzstellenkommunikation. Die restlichen Einheiten der Feuerwehren Langengeisling und Hallbergmoos waren auf Bereitschaft im Bereitstellungsraum und mussten nicht weiter eingesetzt werden. Die Bewohner und das Personal wurden durch den entsprechend umfangreich alarmierten Rettungsdienst betreut und versorgt.

Kriminaldauerdienst und Beamte der Kripo Erding nahmen noch am Vormittag den Brandort in Augenschein.